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Bakterien werden von der Mutter ans Kind vererbt

Das Bakterienerbe der Mama bestimmt wesentlich, wie gesund die Beisserchen der Kinder sein werden. Kinder kommen praktisch ohne Bakterien zur Welt. Die gesamte Bakterienflora wird somit durch die unmittelbare Um- und Mitwelt übertragen.

Die Erkenntnis, dass Neugeborene die Darmbakterien der Mama erben, hat sich mittlerweile nicht nur in Fachkreisen etabliert. Weniger beachtet wird, dass es sich mit dem Mundmilieu genauso verhält. Wie können also vor allem Mütter dafür sorgen, ihren Kindern so wenig kariogene Bakterien wie möglich weiterzugeben, um somit einen wesentlichen Beitrag zur Zahngesundheit ihrer Kinder zu leisten?

Mit Xylit die bakterienfördernde Wirkung minimieren

Übertragen werden die Bakterien durch Küsschen, Ablecken des Schnullers, Löffelchens, etc. Weil die Mutter in der Regel die Hauptbetreuungsperson des Kindes in den ersten Jahren ist, agiert diese vorwiegend als Überträgerin. Dies trifft aber natürlich in geringerem Masse auch auf die Väter und alle das Kind betreuenden Personen zu.

Xylit ermöglicht Ihnen, gezielt beeinflussen zu können, welche Art von Bakterien Sie Ihrem Kind weitergeben. Der aus Holzzucker gewonnene natürliche Zuckerersatz Xylit wird seit den 70er Jahren intensiv auf dessen zahnprophylaktische Wirkung erforscht. Kern der Erkenntnisse ist, dass Kariesbakterien wie Streptococcus mutans Xylit nicht als Nahrung verwenden können, wie dies bei anderen Kohlenhydraten der Fall ist. Sie können sich daher nicht vermehren und auch keinen Schaden anrichten. Unter Einsatz von Xylit verändern Sie also das Milieu im Mund in einen für kariogene Bakterien schädlichen Lebensraum.

Die finnische Forschergruppe um Eva Söderling hat in diesem Zusammenhang den sogenannten Mutter-Kind-Effekt untersucht. In den frühen 90er Jahren prüfte sie, ob die Xylit-Einnahme der Mütter eine positive Wirkung auf die Zahngesundheit der Kinder haben kann, selbst wenn diese in keinen direkten Kontakt mit Xylit kommen. In der Studie wurde der Effekt von Xylit mit dem von Fluorid- und Chlorhexidin-Lackierungen verglichen.

Es wurden Mütter ausgesucht, die einen durchschnittlich hohen Befall an Streptococcus mutans Bakterien und damit ein hohes Kariesrisiko aufwiesen. Dementsprechend bestand auch für die Kinder ein grösseres Risiko, mit Kariesbakterien infiziert zu werden. Die Mütter fingen zwei Monate nach der Geburt des Kindes an, Kaugummis zu kauen, die ausschliesslich mit Xylit gesüsst waren. Diese Praxis setzten sie bis ins zweite Lebensjahr der Kinder fort. Täglich wurden so während durchschnittlich vier Kauperioden 6 – 7 Gramm Xylit eingenommen. Die Fluorid- und Chlorhexidin-Behandlungen erfolgten halbjährlich.

Das Ergebnis war erstaunlich: Mit zwei Jahren hatten die Kinder der Xylit-Mütter eine Streptokokken-Besiedlung von lediglich 10 %, die Chlorhexidin-Gruppe 29 % und die Fluorid-Gruppe 49 %. Dies bedeutet, die Kinder der Fluorid-Gruppe hatten ein 5-fach grösseres Risiko, als die der Xylit-Gruppe, Kariesbakterien zu erhalten. Die Ergebnisse der finnischen Studie wurde in Schweden und Japan bestätigt.

Anhaltende Wirkung

Dieselben Kinder wurden mit 6 und 10 Jahren nochmals untersucht. Selbst nachdem die Studie beendet und keine Xylit-Kaugummis mehr routiniert gekaut wurden, hielt der Effekt von Xylit an. Ein plausibles Erklärungsmodell ist:

  1. die kariesfördernden Bakterienstämme verschwanden und der freigewordene Platz konnte durch förderliche Bakterien eingenommen werden. Diese konnten später, trotz Absetzen der regelmässigen Xylit-Einnahme, von den stark umworbenen, weil begrenzten Plätzen nicht mehr verdrängt werden.
  2. die Übertragung der Bakterien findet vorwiegend in den ersten Lebensjahren statt, in denen der Körperkontakt zum Kind in der Regel grösser ist, als später, wenn das Kind älter wird. Das Risiko der Übertragung sinkt folglich mit zunehmendem Alter. Die Einnahme von Xylit in den ersten Lebensjahren bietet daher ein auf Dauer wirksamer Schutz.
  3. die neuen Zähne sind anfangs, wenn sie durchstossen, noch nicht verhärtet und anfälliger für Schäden. Der zusätzliche Schutz durch Xylit in den ersten Lebensjahren, half über diese heikle Phase sicher hinwegzukommen.


Die Ergebnisse dieser Studie dürften auch für all jene von Interesse sein, die sich fragen, ob es Fluorid zur Zahnprophylaxe wirklich braucht: Mit fünf Jahren war nämlich der Bedarf für Zahnbehandlungen bei der Xylit-Gruppe ungefähr 70 % tiefer als bei der Fluorid-Gruppe. Auch die 10-jährigen Kinder profitierten noch immer davon, dass ihre Mütter in ihren ersten zwei Lebensjahren Xylit-Kaugummis kauten und benötigten wesentlich weniger Zahnbehandlungen, als die Kinder der anderen Gruppen.

Nicht nur die Zähne der Kinder profitieren

Auch wenn in all diesen Studien die Zahngesundheit der Kinder im Fokus stand, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass natürlich die Zähne der Mütter enorm von einem regelmässigen Xylit-Zahnpflege-Programm profitieren. Das altbekannte Sprichwort: „Für jedes Kind ein Zahn“ trifft – wie manch eine Mutter weiss – auch heute noch allzu oft zu.

Ernährung – Bakterien – Resistenz

Eine gesunde Ernährung steht wahrscheinlich an oberster Stelle der Prioritätenliste so mancher Mutter. Die Ernährung ist letztlich der Schlüssel zu einem gesunden Leben überhaupt. Für eine anhaltende Zahngesundheit zählt jedoch nicht nur, was wir unseren Kindern in den Mund schieben. Dazu sind drei Faktoren entscheidend:

  1. die Ernährung des Kindes
  2. das Bakterienerbe der Mama
  3. die Resistenz des Wirts.


In diesem Kontext ist Xylit ein einfaches Werkzeug mit grosser Hebelwirkung, welches Ihnen erlaubt, zwei der drei Hauptfaktoren für die Zahngesundheit wesentlich zu Gunsten Ihres Kindes zu beeinflussen.

HINWEISE

Mittlerweile werden im Handel viele verschieden Kaugummis mit Xylit angepriesen. Es lohnt sich, genau auf die Angabe der Inhaltsstoffe zu achten. Oft enthalten die Kaugummis nur einen Bruchteil Xylit, dafür aber viele andere bedenkliche Stoffe, wie Aspartam, Acesulfam K, oder Sorbitol, welche nicht dasselbe Wirkungspotential für die Zahngesundheit bieten wie Xylit. Kaufen Sie nur Kaugummis, die ausschliesslich mit Xylit gesüsst sind und mindestens 1 Gramm Xylit pro Kaugummi enthalten!

Wer keine Kaugummis mag, kann auch Xylit-Bonbons verwenden. Diese erzielten in Studien vergleichbar gute Resultate, wie die Kaugummis.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Nr. 6 des Magazins IMPULS .

Quellen:

1. Söderling E, Isokangas P, Pienihäkkinen K, Tenovuo J (2000). Influence of maternal xylitol consumption on acquisition of mutans streptococci by infants. J Dent Res 79:882-887.

2. Nakai Y, Shinga-Ishihara C, Kaji M, Moriya K, Murakamai-Yamanaka K, Takimura M (2010). Xylitol gum and maternal transmission of mutans streptococci. J Dent Res 89:56-60.

3. Milgrom P, Söderling EM, Nelson S, Chi DL, Nakai Y (2012). Clinical evidence for polyol efficacy. Adv Dent Res 24:112-116.